anstalt für experimentelle querverbindungen

unleserlich

Der blaue Reiter des Universums.
Entzifferung unmöglich.
Sieben!
Setzen!

Traum geträumt

Träumt mein materielles Universum, um ein Bewusstsein meiner selbst zu erlangen?

Träumt meine Materie, um sich selbst bewusst zu werden.

Gibt es einen grundlegenden Unterschied im Universum, zwischen dem ich und dem es?

Dem Subjekt und dem Objekt?

Wird meine Materie durch wessen Beobachtung gestört oder verändert?

Wenn in meinen Träumen ein beobachtendes Wesen am Wirken sehe?

Welche Bilder spielen dann in mir?

Traumzeitmythen, Telepathische oder luzide Träume?

Träume, in denen ich mir bewusst bin, dass ich träume.

Transpersonale Träume, die mich ins Wachleben treiben.

Träume ich mich in holgraphische Räume.

Sehnsüchtig wartend auf die Synchronität mit meiner dritten Liebe.

Die ich auf dem Schiff meines Lebens erwarte.

Habe ich schon im Stadium meines Fötendaseins davon geträumt?

Um mich zu entwickeln? Um mein Selbst zu entwickeln?

Suche ich mich in meinem Körper und finde mich nicht.

Mit der Linksdrehung der Erde zu mir.

Flüstert die linkslastige Weiblichkeit?

Alles verdrehte, deckungsgleiche Tatsachen des Kosmos in mir?

Unendliches Gezerre in allen Dimensionen gleichzeitig.

Wellenförmige Verlagerung von Kräften im überdimensionalen Raum

Zerrt mich welche Energie in welche Ecke meines Raumes.

Wenn unser System an welchen Gestirnen eines Wurmloches vorbeizieht.

Wenn das eisenhaltige Wesen zur Brücke eines Urbildes gezogen, werde ich ins unendliche Schwarz eines Loches;

zur unendlichen Liebe meiner selbst;

zurück in den Bauch meiner Urmutterzentrale;

zurück in den Urzustand;

Mein Leben?

Klangbild:
Albert Behrend

neunter Brief von Schiller
Die theoretische Kultur soll die praktische herbeiführen, und die praktische doch die Bedingung der theoretischen sein?
Alle Verbesserung im Politischen soll von Veredlung des Charakters ausgehen –
aber wie kann sich unter den Einflüssen einer barbarischen Staatsverfassung der Charakter veredeln?

Man müßte also zu diesem Zwecke ein Werkzeug aufsuchen,
welches der Staat nicht hergibt,
und Quellen dazu eröffnen,
die sich bei aller politischen Verderbniß rein und lauter erhalten.

Jetzt bin ich an dem Punkt angelangt,
zu welchem alle meine bisherigen Betrachtungen hingestrebt haben.

Dieses Werkzeug ist die schöne Kunst, diese Quellen öffnen sich in ihren unsterblichen Mustern.

Von allem,
was positiv ist und was menschliche Conventionen einführten,
ist die Kunst wie die Wissenschaft losgesprochen,
und beide erfreuen sich einer absoluten Immunität von der Willkür der Menschen.

Der politische Gesetzgeber kann ihr Gebiet sperren, aber darin herrschen kann er nicht.
Er kann den Wahrheitsfreund ächten,
aber die Wahrheit besteht;
er kann den Künstler erniedrigen,
aber die Kunst kann er nicht verfälschen.

Zwar ist nichts gewöhnlicher,
als daß beide,
Wissenschaft und Kunst,
dem Geist des Zeitalters huldigen,
und der hervorbringende Geschmack von dem beurtheilenden das Gesetz empfängt.

Wo der Charakter straff wird und sich verhärtet,
da sehen wir die Wissenschaft streng ihre Grenzen bewachen und die Kunst in den schweren Fesseln der Regel gehen;

wo der Charakter erschlafft und sich auflöst,
da wird die Wissenschaft zu gefallen und die Kunst zu vergnügen streben.
Ganze Jahrhunderte lang zeigen sich die Philosophen wie die Künstler geschäftig,
Wahrheit und Schönheit in die Tiefen gemeiner Menschheit hinabzutauchen;

jene gehen darin unter,
aber mit eigener unzerstörbarer Lebenskraft ringen sich diese siegend empor.

Der Künstler ist zwar der Sohn seiner Zeit,
aber schlimm für ihn,
wenn er zugleich ihr Zögling oder gar noch ihr Günstling ist.

Eine wohlthätige Gottheit reiße den Säugling bei Zeiten von seiner Mutter Brust,
nähre ihn mit der Milch eines bessern Alters und lasse ihn unter fernem griechischen Himmel zur Mündigkeit reifen.

Wenn er dann Mann geworden ist,
so kehre er,
eine fremde Gestalt,
in sein Jahrhundert zurück;
aber nicht,
um es mit seiner Erscheinung zu erfreuen,
sondern furchtbar wie Agamemnons Sohn,
um es zu reinigen.

Den Stoff zwar wird er von der Gegenwart nehmen,
aber die Form von einer edleren Zeit,
ja,
jenseits aller Zeit,
von der absoluten,
unwandelbaren Einheit seines Wesens entlehnen.

Hier aus dem reinen Aether seiner dämonischen Natur rinnt die Quelle der Schönheit herab,
unangesteckt von der Verderbniß der Geschlechter und Zeiten, welche tief unter ihr in trüben Strudeln sich wälzen.

Seinen Stoff kann die Laune entehren,
wie sie ihn geadelt hat, aber die keusche Form ist ihrem Wechsel entzogen.

Der Römer des ersten Jahrhunderts hatte längst schon die Kniee vor seinen Kaisern gebeugt,
als die Bildsäulen noch aufrecht standen;

die Tempel blieben dem Auge heilig,
als die Götter längst zum Gelächter dienten,
und die Schandthaten eines Nero und Commodus beschämte der edle Stil des Gebäudes,
das seine Hülle dazu gab.

Die Menschheit hat ihre Würde verloren,
aber die Kunst hat sie gerettet und aufbewahrt in bedeutenden Steinen;

die Wahrheit lebt in der Täuschung fort, und aus dem Nachbilde wird das Urbild wieder hergestellt werden.

So wie die edle Kunst die edle Natur überlebte,
so schreitet sie derselben auch in der Begeisterung, bildend und erweckend, voran.

Ehe noch die Wahrheit ihr siegendes Licht in die Tiefen der Herzen sendet,
fängt die Dichtungskraft ihre Strahlen auf, und die Gipfel der Menschheit werden glänzen,
wenn noch feuchte Nacht in den Thälern liegt.

Wie verwahrt sich aber der Künstler vor den Verderbnissen seiner Zeit,
die ihn von allen Seiten umfangen?

Wenn er ihr Urtheil verachtet.

Er blicke aufwärts nach seiner Würde und dem Gesetz, nicht niederwärts nach dem Glück und nach dem Bedürfniß.

Gleich frei von der eiteln Geschäftigkeit,
die in den flüchtigen Augenblick gern ihre Spur drücken möchte,
und von dem ungeduldigen Schwärmergeist,
der auf die dürftige Geburt der Zeit den Maßstab des Unbedingten anwendet,
überlasse er dem Verstande, der hier einheimisch ist,
die Sphäre des Wirklichen;

er aber strebe,
auf dem Bunde des Möglichen mit dem Nothwendigen das Ideal zu erzeugen.

Dieses präge er aus in Täuschung und Wahrheit,
präge es in die Spiele seiner Einbildungskraft und in den Ernst seiner Thaten,
präge es aus in allen sinnlichen und geistigen Formen und werfe es schweigend in die unendliche Zeit.

Aber nicht Jedem,
dem dieses Ideal in der Seele glüht,
wurde die schöpferische Ruhe und der große geduldige Sinn verliehen,
es in den ver

Gravitation
Was treibt die Schwerkraft mit mir.
Welcher Gravitation unterliege ich?
Ich ein Stück Materie in welcher Beziehung zu wem oder was klebe ich?
Halten Gummibänder namens Gluonen meinen Körper zusammen?
Ich Materie aus Positiv geladenen Protonen, elektrisch neutralen Neutronen,
Und negativ geladenen Elektronen.
Für mich nur böhmische Dörfer.
Bis zu dem Tag, an dem mir durch meine durchlöcherten Sohlen ein Stromschlag durch meinen Körper fuhr.
Sechszehn Milliampere reichten aus, auf das sich meine Muskeln verkrampften. Mehr Stromstärke und mein Herz hätte den Takt des Todes geschlagen. Wenn nicht jemand den Stromkreis unterbrochen hätte.
Ich ein Swimmingpool aus wässrigen Natrium, Kalium und Chlorid-Ionen.
Was für eine Ansammlung von was bin ich?
Was für ein Verbindungshaufen von was?
Ein gelbes Schildchen mit schwarzer Schrift aus dem Jahre 2008 zu Weihnachten.
Denk immer daran. Du bist zu fett. Finger weg vom Kühlschrank.
Sobald das Verlangen nach mehr schrie, griff meine Hand zum Kühlschrank, der seinerseits dreihundert Mal mehr Stromstärke von sich gab, die es brauchte, um mein Herz lebensgefährlich flimmern zu lassen.
Ziehe ich dem Kühlschrank den Stecker, ist er nicht mehr in der Lage mich zu attackieren. Wozu dann ein Kühlschrank überhaupt? Ein Erdloch würde das gleiche Resultat zeitigen. Es sei denn, mich würde der Blitz beim Scheißen treffen.
Der brachte meine komplette elektrische Ladung meines Körpers durcheinander. Die Attacke Richtung Herz blieb den Göttern sei Dank, aus.
Das ist alles erstunken und erlogen. Alles von mir nicht erwiesenen Behauptungen.
Und erst die Geschichte mit meinem Sofa, was unweit des Äquators über der Erde schwebt? Was für ein Rausch. Was für eine Unschärfe. 464 Meter zischen in einer Sekunde an mir vorbei. Halb so schnell wie die Mündungsgeschwindigkeit einer Gewehrpatrone.
Von wegen Tidenhub. Geschweige denn Flutberge. Alles der reinste Schwindel. In Le Havre waren es acht Meter Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Am eigenen Leib erfahren, träumte ich.
Der Mond nur eine Fata Morgana? Alles Einbildung? Ein unsichtbarer Strom, den es nicht gibt, solange ich mir nicht die Hand auf der Herdplatte verbrannt habe.
Warum glüht die überhaupt?
Alles Fragwürdigkeiten, solange ich in einem Fass von Klärschlamm tauche und nur Scheiße sichte.
Nein, die Erde dreht sich nicht. Sie hängt wie ein Pfannkuchen an einem unsichtbaren Faden meiner Wohnzimmerwand über dem Sofa.
Und wenn die Erde doch eine Scheibe ist, warum fahre ich dann auf dem Kopf unter ihr in welche Richtung. Wieder gelogen. Ich fahre oberhalb der Scheibe bis zum Rand und falle dann wo hinein? Falls ich doch den Sprung über die Klippe schaffe.
Ich bin so schwer, dass ich ins Nichts stürze. Und neben mir die elektromagnetische Kraft und eine mir unbekannte starke und schwache Kraft, die im Bezirk der subatomaren Bühne eine Hauptrolle spielt.
Alles nur Fachchinesisch. Warum schafft es nicht ein Dachziegel, bis zum Erdkern vorzudringen? Weil die Erde keinen Bock auf Dachziegel hat?
Ich bin ein altmodischer Archetyp, der das geozentrische Weltbild von Aristoteles bevorzugt. Alles dreht sich um mich. Ich bin der Mittelpunkt von allem. Ich der ruhende Pol inmitten von Chaos. Ich bin Gott. Ich der gefühlskalte Verkokser vor dem Herrn.
1633 wurde Galilei des schweren Verdachts der Ketzerei nach Rom vorgeladen. Im gleichen Jahr schwor er von der heliozentrischen Lehre ab.
Wie lange brauchte die katholische Kirche, sich beim jenseitig befindlichen Galileo zu entschuldigen? 359 Jahre. Wie lange braucht die Kirche, sich für die Beteiligung am weltweiten Genozid zu entschuldigen. Wenn das überhaupt reicht.
Einstein sagte dazu: Alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr.
In einer Sternwarte namens Cheopspyramide starrte ich vom aufsteigenden Korridor auf die Wasseroberfläche des absteigenden Korridors. Was sah ich dort. Den kosmischen Kalender schattenverzerrter Steinplatten am Fuße der Pyramide.
Wer vertraut, wird selig. Glauben statt Erfahrung. Ich ein Hochstapler. Ich ein Heiratsschwindler.
Warum stahl der Offiziersanwärter einen Sextanten von einem russischen Frachter in Chicago und schenkte ihn mir, damit ich ihn mit einem Kompassschlüssel aus der Maschine zur Brücke schickte. Oben angekommen lachte ihn Kapitän Qualmann aus. Er möge den Schlagring in die Maschine zurückbringen.
Der Schlüssel war so schwer, dass er bis auf den Grund des Meeres in 1000 Meter glitt. Er hatte ihn aus Frust über die Kante gehievt. Der Anschaffungspreis wurde von seiner Heuer abgezogen.
Warum stellte diese Energie, Masse, Zeit und Raum bei mir alles auf den Kopf?
Alles nur Behauptungen, die nur solange gelten, bis ich das Gegenteil bewiesen habe.
Die Leben spendende Energie der Sonne wäre ohne Gravitation gar nicht vorhanden;
Der Lauf der Gestirne, der unsere kulturell verfestigten Zyklen wie Tag, Monat und Jahr formte, ist ebenfalls ein Produk

Enddorn
eine seelische Reise in die Vergangenheit.

Klangbild
Albert Behrend

genug der Worte

Wir zahlen keine Miete mehr

Das Urteil lautet Betrachtung

So ist in der Natur ein heiliger Ernst zu sehen in der Gesetzmäßigkeit,
mit der alle Naturereignisse vor sich abgehen.
Dazu ist eine innere Sammlung nötig, wie sie die religiöse Betrachtung in großen und glaubensstarken Menschen hervorbringt. Dadurch schauen sie die geheimnisvollen göttlichen Lebensgesetze und verschaffen ihnen durch den höchsten Ernst innerer Sammlung Verwirklichung in ihrer eigenen Persönlichkeit. So weht von ihrem Anblick eine geheimnisvolle geistige Macht aus, die auf den Menschen wirkt.

Joseph Haydn-1732-1809

zu Zeiten von Schiller
Symphony No. 93 in D major

§. 1. Bestimmung des Menschen von 1759 bis 1805. - von Friedrich Schiller

Sprecher
Andreas Niederau-Kaiser

So viel wird, denke ich, einmal fest genug erwiesen sein, daß das Universum das Werk eines unendlichen Verstandes sei und entworfen nach einem trefflichen Plane.

So wie es jetzt durch den allmächtigen Einfluß der göttlichen Kraft aus dem Entwurfe zur Wirklichkeit hinrann,
und alle Kräfte wirken und in einander wirken, gleich Saiten eines Instruments tausendstimmig zusammenlautend in einer Melodie:

so soll der Geist des Menschen, mit Kräften der Gottheit geadelt, aus den einzelnen Wirkungen Ursache und Absicht,
aus dem Zusammenhang der Ursachen und Absichten all den großen Plan des Ganzen entdecken,
aus dem Plane den Schöpfer erkennen,
ihn lieben, ihn verherrlichen, oder kürzer, erhabner klingend in unseren Ohren:
der Mensch ist da, daß er nachringe der Größe seines Schöpfers,
mit eben dem Blick umfasse die Welt, wie der Schöpfer sie umfaßt –
Gottgleichheit ist die Bestimmung des Menschen. Unendlich zwar ist dies sein Ideal;
aber der Geist ist ewig.
Ewigkeit ist das Maaß der Unendlichkeit,
das heißt, er wird ewig wachsen, aber es niemals erreichen.

Eine Seele, sagt ein Weiser dieses Jahrhunderts, die bis zu dem Grade erleuchtet ist, daß sie den Plan der göttlichen Vorsehung im Ganzen vor Augen hat, ist die glücklichste Seele.
Ein ewiges, ein großes, schönes Gesetz hat Vollkommenheit an Vergnügen,
Mißvergnügen an Unvollkommenheit gebunden. Was den Menschen jener Bestimmung näher bringt,
es sei nun mittelbar oder unmittelbar, das wird ihn ergetzen.

Was ihn von ihr entfernt, wird ihn schmerzen.
Was ihn schmerzt, wird er meiden,
was ihn ergetzt, darnach wird er ringen.
Er wird Vollkommenheit suchen,
weil ihn Unvollkommenheit schmerzt;
er wird sie suchen, weil sie selbst ihn ergetzt.
Die Summe der größten Vollkommenheiten mit den wenigsten Unvollkommenheiten ist Summe der höchsten Vergnügungen mit den wenigsten Schmerzen.
Dies ist Glückseligkeit.

So ist es denn gleichviel, ob ich sage:
Der Mensch ist da, um glücklich zu sein;
oder – er ist da, um vollkommen zu sein.
Nur dann ist er vollkommen, wenn er glücklich ist. Nur dann ist er glücklich, wenn er vollkommen ist.
Aber ein ebenso schönes, weises Gesetz,
Nebenzweig des ersten, hat die Vollkommenheit des Ganzen mit der Glückseligkeit des Einzelnen, Menschen mit Menschen, ja Menschen mit Thieren durch die Bande der allgemeinen Liebe verbunden.

Liebe also, der schönste,
edelste Trieb in der menschlichen Seele,
die große Kette der empfindenden Natur,
ist nichts Anders als die Verwechslung meiner selbst mit dem Wesen des Nebenmenschen.
Und diese Verwechslung ist Wollust.
Liebe also macht seine Lust zu meiner Lust,
seinen Schmerz zu meinem Schmerz.
Aber auch dieser Schmerz ist Vollkommenheit und muß also nicht ohne Vergnügen sein.

Was wäre also Mitleiden sonst als ein Affect, gemischt aus Wollust und Schmerz?
Schmerz, weil der Nebenmensch leidet,
Wollust, weil ich sein Leiden mit ihm theile,
weil ich ihn liebe,
Schmerz und Lust,
daß ich sein Leiden von ihm wende.

Und warum die allgemeine Liebe,
warum alle Vergnügungen der allgemeinen Liebe? –
Einzig aus dieser letzten Grundabsicht,
die Vollkommenheit des Nebenmenschen zu befördern.

Und diese Vollkommenheit ist Ueberschauung, Forschung,
Bewundrung des großen Plans der Natur.
Ja endlich, alle Vergnügungen der Sinne,
von denen an seinem Ort die Rede sein soll,
neigen sich durch mancherlei Krümmungen und anscheinende Widersprüche dennoch endlich alle zu demselben zurück. Unwandelbar bleibt diese Wahrheit sich immerdar selbst gleich; der Mensch ist bestimmt zur Ueberschauung, Forschung, Bewundrung des großen Plans der Natur.

Jena den 23. August 1794.

Ueber so manches, worüber ich mit mir selbst nicht recht einig werden konnte, hat die Anschauung Ihres Geistes (denn so muß ich den Totaleindruck Ihrer Ideen auf mich nennen) ein unerwartetes Licht in mir angesteckt.

Mir fehlte das Object, der Körper, zu mehreren speculativischen Ideen, und Sie brachten mich auf die Spur davon.

Ihr beobachtender Blick, der so still und rein auf den Dingen ruht, setzt Sie nie in Gefahr, auf den Abweg zu gerathen, in den sowohl die Speculation als die willkürliche und bloß sich selbst gehorchende Einbildungskraft sich so leicht verirrt.

In Ihrer richtigen Intuition liegt alles und weit vollständiger, was die Analysis mühsam sucht, und nur weil es als ein Ganzes in Ihnen liegt, ist Ihnen Ihr eigener Reichthum verborgen:

denn leider wissen wir nur das, was wir scheiden.

Geister Ihrer Art wissen daher selten, wie weit sie gedrungen sind, und wie wenig Ursache sie haben, von der Philosophie zu borgen, die nur von ihnen lernen kann.

Diese kann bloß zergliedern, was ihr gegeben wird, aber das Gehen selbst ist nicht die Sache des Analytikers, sondern des Genies, welches unter dem dunkeln, aber sichern Einfluß reiner Vernunft nach objectiven Gesetzen verbindet.

Lange schon habe ich, obgleich aus ziemlicher Ferne, dem Gang Ihres Geistes zugesehen, und den Weg, den Sie sich vorgezeichnet haben, mit immer erneuerter Bewunderung bemerkt.

Sie suchen das Notwendige der Natur, aber Sie suchen es auf dem schweresten Wege, vor welchem jede schwächere Kraft sich wohl hüten wird.

Sie nehmen die ganze Natur zusammen, um über das Einzelne Licht zu be- kommen;

in der Allheit ihrer Erscheinungsarten suchen Sie den Erklärungsgrund für das Indivi- duum auf.

Von der einfachen Organisation steigen Sie, Schritt vor Schritt, zu der mehr verwickelten hinauf, um endlich die verwickeltste von allen, den Menschen, genetisch aus den Materialien des ganzen Naturgebäudes zu erbauen.

Dadurch, daß Sie ihn der Natur gleichsam nacherschaffen, suchen Sie in seine verborgene Technik einzudringen.

Eine große und wahrhaft heldenmäßige Idee, die zur Genüge zeigt, wie sehr Ihr Geist das reiche Ganze seiner Vorstellungen in einer schönen Einheit zusammenhält.

Sie können niemals gehofft haben, daß Ihr Leben zu einem solchen Ziele zureichen werde, aber einen solchen Weg auch nur einzuschlagen, ist mehr werth, als jeden andern zu endigen,

– und Sie haben gewählt, wie Achill in der Ilias zwischen Phthia und der Unsterblichkeit.

Wären Sie als ein Grieche, ja nur als ein Italiener geboren worden, und hätte schon von der Wiege an eine auserlesene Natur und eine idealisirende Kunst Sie umgeben, so wäre Ihr Weg unendlich verkürzt, vielleicht ganz überflüssig gemacht worden.

Schon in die erste Anschauung der Dinge hätten Sie dann die Form des Nothwendigen aufgenommen, und mit Ihren ersten Erfahrungen hätte sich der große Styl in Ihnen entwickelt.

Nun, da Sie ein Deutscher geboren sind, da Ihr griechischer Geist in diese nordische Schöpfung geworfen wurde, so blieb Ihnen keine andere Wahl, als entweder selbst zum nordischen Künstler zu werden, oder Ihrer Imagination das, was ihr die Wirklichkeit vorenthielt, durch Nachhülfe der Denkkraft zu ersetzen, und so gleichsam von innen heraus und auf einem rationalen Wege ein Griechenland zu gebären.

In derjenigen Lebensepoche, wo die Seele sich aus der äußern Welt ihre innere bildet, von mangelhaften Gestalten umringt, hatten Sie schon eine wilde und nordi- sche Natur in sich aufgenommen, als Ihr siegendes, seinem Material überlegenes Genie diesen Mangel von innen entdeckte, und von außen her durch die Bekanntschaft mit der griechischen Natur davon vergewissert wurde.

Jetzt mußten Sie die alte, Ihrer Einbildungskraft schon aufgedrungene schlechtere Natur nach dem besseren Muster, das Ihr bildender Geist sich erschuf, corrigiren, und das kann nun freilich nicht anders als nach leitenden Begriffen von Statten gehen.

Aber diese logische Richtung, welche der Geist bei der Reflexion zu nehmen genöthigt ist, verträgt sich nicht wohl mit der ästhetischen, durch welche allein er bildet.

Sie hatten also eine Arbeit mehr: denn so wie Sie von der Anschauung zur Ab- straction übergingen, so mußten Sie nun rückwärts Begriffe wieder in Intuitionen umsetzen, und Gedanken in Gefühle verwandeln, weil nur durch diese das Genie hervorbringen kann.

So ungefähr beurtheile ich den Gang Ihres Geistes, und ob ich Recht habe, werden Sie selbst am besten wissen.

Was Sie aber schwerlich wissen können (weil das Genie sich immer selbst das größte Geheimniß ist ), ist die schöne Uebereinstimmung Ihres philosophischen Instinctes mit den reinsten Resultaten der speculirenden Vernunft.

Beim ersten Anblicke zwar scheint es, als könnte es keine größeren Opposita geben, als den speculativen Geist, der von der Einheit, und den intuitiven, der von der Mannigfaltigkeit ausgeht.

Sucht aber der er

die Ausserirdischen

Außerirdisches Leben ist eine Bezeichnung für Lebensformen, die auf der Erde weder beheimatet noch entstanden sind. Der Begriff deckt alle möglicherweise existierenden Arten und Erscheinungsformen von Leben nichtirdischer Herkunft ab, von einfachsten biologischen Systemen (z. B. Mikrosphären, Prionen, Viren und Prokaryoten) über pflanzen- und tierartiges Leben bis hin zu Lebensformen, deren Komplexität der des Menschen entspricht oder sie übersteigt. Ein außerirdisches Wesen wird auch kurz Außerirdischer oder nach der englischen Bezeichnung Alien (deutsch Fremdling) genannt. Das Adjektiv außerirdisch ist gleichbedeutend mit dem Fremdwort extraterrestrisch. (aus Wikihausen, genannt der Lügenbaron)

Herrschaft

Sie nannten es Bannmeile,
um sie zu verzaubern.
Eine willenlose Masse vor Augen
Lassen sie die Freiheit welken
Versackt die Regierung selbst im parasitären Morast,
die Republik als Patient psychologisch totgespritzt
Entwertet sie jeglichen sinnstiftenden Gedanken
Hetzt gnadenlos gegeneinander.
Eine Folge der verhassten Justiz
Ein Werk der Geldmafia
Lenkt alle Dolche des Fanatismus und Aristokratie auf einen Punkt.

Und Wallenstein ruft.
Deutsches Kaiserreich
Weimarer Republik
NS Staat
DDR
BRD 2020

Stützen sie ihre Herrschaft auf Repression
Und hindern ihre Untertanen daran, ihre Meinung kundzutun.
Deren Furcht vor Repression geht mit der Furcht ihrer selbst einher,
da sie nie sicher wissen können,
ob die ihnen entgegengebrachte Loyalität ehrlich ist.

abermals ruft Wallenstein.
Deutsches Kaiserreich
Weimarer Republik
NS Staat
DDR
BRD 2020

Eifersuchtswahn gepaart mit
Empfindlichkeit bei Zurückweisung
Beantwortet mit Misstrauen.
Nachtragend
läßt Xenophon den Tyrannen von Syrakus sagen:
„Wir wissen nämlich, dass die, die aus Furcht nachgeben, sich soweit als möglich dem Verhalten derer anpassen, die aus Zuneigung gefällig sind."
Und so werden von niemandem mehr Anschläge auf das Leben der Tyrannen verübt als von denen, die vorschützen, sie am meisten zu lieben.

Und wieder ruft Wallenstein.
Deutsches Kaiserreich
Weimarer Republik
NS Staat
DDR
BRD 2020
Hört niemand zu?

Das Konzert

Andrej Filipow war einst weltberühmter Leiter des Orchesters des Bolschoi-Theaters. Seine Karriere wurde 1980 zerstört, als er sich weigerte, Juden aus seinem Orchester zu entfernen. Er ist in seinem ehemaligen Theater nur mehr als Putzmann angestellt.

no comment

Schachvergiftung

Aus endlicher Ferne betrachtet ist es mir gestattet,
In jenseitiger Welt zu horchen, die mich fragen lässt, wer oder was hier die Hauptrolle spielt.
Das Spielbrett mit seinen vierundsechzig Feldern, das sich in welchem Raum bewegt?
Ist es das kosmische Spielbrett, was ich betrachte? Ist es die Raumsonde Erde, die an meinem geistigen Auge vorbei rauscht.
Was bedeutet acht mal acht in seiner Vervielfachung? Ein Weizenkorn auf einem Feld. Zwei Weizenkörner auf zweitem Feld? Vier Weizenkörner auf Feld drei. Acht Weizenkörner auf Feld vier.
Warum sind es nicht neun mal neun Felder? Alternativ sieben mal sieben Felder.
Eine quergelegte acht bedeutet was? Erinnerungen an frühe Kindheitstage tauchen aus meinem Unterbewusstsein auf.
Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf......
Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der hebt sie auf......
Die geheimnisumwitterte Fingerformel aus vorchristlicher Zeit, der Daumen für meine Seele stand.
Mein Zeigefinger meiner Mutter zugehörig schien, hingegen der Mittelfinger meinem Vater gehörte.
Phallus, Phallus ruft es mich an.
An jeder Ecke einer jeden Stadt ein Mittelfinger.
Wolkenkratzern, die bis in den Himmel ragen.
Türme soweit das Auge reicht.
Früher eine Nachrichtenplattform mit wehenden Fahnen und heute Symbol des Einsturzes.
Ein implodierter Pimmel.
Nein, es waren ja zwei. Warum nicht vier.
In meiner Realität waren es drei.
Auf dem Schachbrett vier.
Warum nuckelte ich in meiner Kindheit an meiner Seele?
Was sagt Schiller dazu?
„Fünf ist des Menschen Seele.
Wie der Mensch aus Gutem und Bösem ist gemischt, so ist die Fünfe die erste Zahl aus Grad‘ und Ungerade.“
Heute in acht Tagen jenes Oktobers säuselte mir der Oktopus in Intervallen ein Liedchen der acht Planeten, derweil ich versuchte, auf den Grund der Ursachen  zu tauchen.
Nach sieben Tagen einer Woche zeigt der achte Tag die geistige Wiedergeburt, an dem der Bauer zur Dame emporsteigt.
Was hat die Kirche des Mittelalters nicht alles zu ihrem Vorteil verdreht?
Acht Bauern werden in Noahs Arche, einem Kasten für Schachfiguren, aufbewahrt.
Endete die Kiste auf einem feurigen Berg? Schachmatt dem Hieronymus, schreit es der Sieger wessen Spiels. Wessen Spiels? Wessen Spiels?
Oder meinten sie die acht Unsterblichen, die mit einer Kiste das Meer überquerten, um Menschen in der Not beizustehen, gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu kämpfen.
Mein offenes Buch der Wandlungen treibt mich unentwegt an, die Frage zu stellen, was denn die Quadriga in der Kunst des Krieges zu suchen hat.
Das Vierergespann auf dem Schachbrett.
Das Uranfängliche, das alles gebar, ist die erste Daseinsform, lange vor der Schöpfung.
In Keilschrift eingeschlagenen Dreiecke in weichen Ton gedrückt
zeugen von sieben Tontafeln.
Mesopotamien lässt grüßen. Und schon wieder der Euphrat und Tigris.
Schon wieder Pischon und Gihon.
Schon wieder der Garten Eden.
Schon wieder die Arche Noah.
Geboren in der summerischen Steppe.
Allesamt abgesoffen auf zukünftigem Meeresgrund.
Auferstanden aus jenem Meer, die Substanz der Substanzen eines selbstständigen Seins.
Ich frage Euch, aus wessen Maul seid ihr gekrochen?
War es nicht der Läufer, der katastrophale Nachrichten überbrachte?
Zu spät für eine mögliche Erweckungen.
Die Mehrzahl der Figuren hörte den falschen Propheten zu.
Schach matt.
Unabänderlich Schach matt.
Und ich stehe daneben und schaue regungslos zu.
X ist F, weil X in R zu Y steht und Y F ist.
X und Y stehen für Objekte,
R für eine Beziehung
und F für ein Gepräge im weitesten Sinne.
Wann wurde das Spiel der Spiele in Gang setzen?
Ist es dummdreist, von mir zu behaupten, es gäbe mich überhaupt ohne Anfang und keinem Ende.
Die unendlich, stillstehende Schachpartie meines Lebens.
Inklusive Wiedergeburt, Auferstehung und Tod.
Was ist mit meiner Mutter Königin?
Die einflussreichen Frauen auf dem Brett.
In früheren asiatischen Zivilisationen kürten Frauen den König.
Es gab kein Erbfolge- oder Erstgeburtsrecht.
Die Väter der sumerischen und assyrischen Könige waren unbekannt und wurden niemanden Sohns genannt.
Ich höre. Ich wurde niemanden Sohns genannt.
Erinnert mich das nicht an Marias unbefleckte Empfängnis?
In Betracht zu ziehen wäre ein heiliger, unverletzlicher Ort, Harem genannt, bei dem niemand niemanden Vaters ist.
Spiele ich auf dem Brett des Lebens eine Rolle?
In Betracht kämen alle Figuren.
Ich eine Frau, die mich in Gestalt des Königs festgelegt.
Rollenwechsel erst am Rand des Spielfeldes möglich.
Ungestüme Gewalt gepaart mit der Wucht von Überheblichkeit und Gewalttätigkeit nennt wer Krieg auf dem Brett der Spiele?
Ich mit Pfeil und Bogen vor zehntausend Jahren.
Ich frage mich, ob ich im Überlebenskampf der Vergangenheit hungernd zu welcher Tageszeit ,
Figuren aus Lehm geformt habe.
Von mir aus Adam und Eva,
Das Spiel der Spiele
Schlachten um der Schlachten willen,

von Michael Ulmer
28.02.2021
Eine Notiz – einfach so

Zuweilen träumt es mir als Autor,
schreiben könnte so einfach gehen von der Hand, wie lesen.
Der Kopf ist leer und offen.
Die Worte fliessen aufs Papier wie die Tinte aus dem Füller.
Nicht ich schreibe, es schreibt.
Alles in perfekter Harmonie, so als wäre das Werk schon ein Ganzes,
wo die Seite doch noch leer und weder Anfang noch Ende geschrieben.
Ein Werk, welches sich schreibt mit magischer Tinte.
So wie sie trocknet, verschwindet sie im Nichts.
Ein Werk, das ist, weil es gerade nun geschrieben wird – ein wahrhaft ewiges Werk!
Sobald es auf dem Blatt ist, werden die Zeilen wiederum leer;
genau so leer, wie die noch nicht geschriebenen und die es noch zu erobern gilt.
So gleitet also der Füller übers ganze Blatt,
von links oben bis rechts unten und ist doch stehts nur Gegenwart.
Und trotz der ganzen Leere, dem ganzen Nichts, aus dem es entsteht und entschwindet,
steht jedes Zeichen, jeder Strich, Punkt, Schnörkel und Kurve haargenau und richtig, bevor sie genauso wieder verschwinden, wie sie geschrieben werden.
Und doch, es ist hier, das Werk in seiner Ganzheit.
Jederzeit und in jedem Detail.
Es ist real.
Vielleicht sogar realer, viel wirklicher als die Zaubertinte und das makellose, weisse Papier.
Weil einzig Gegenwärtig.
Weil ewig.
Wovon werden diese Zeilen handeln, fragt man sich bange.
Worum dürfte es gehen, in so einem ewigen Werk,
in diesem Stück wahrhaftiger und einziger Gegenwart?
Was ist dieser Inhalt, der sich nicht bildet aus nachdenken und vorstellen.
Ein Inhalt, der nur aus Händen fliesst.
Ein Inhalt, der ein Tun darstellt.
Wäre dieses Werk geschmackslos?
Höhnisch, impertinent, kleinkariert oder taktlos?
Oder wäre es nur ich, der ich das Werk nicht verstehen,
weil ich es nicht schaffe, ebenso gleich gegenwärtig zu sein?
Zuweilen träumts mir so als Autor allerhand.
Eines weiss ich gewiss.
Wer nur nachdenkt, wird nie originell sein.
Doch wer sich nur auf Inspiration verlässt,
lebt auf Kredit einer Genialität,
die sich ihm lediglich in einer Zukunft offenbaren kann.
Was für ein Dilemma als Autor.
Nur aus Vergangenem kommt nichts Neues,
doch nur Zukünftiges ist launisch und unberechenbar.
Darum träumts mir zuweilen als Autor, schreiben könnte sein wie lesen.
Das nächste Wort noch nicht erfasst, das vorherige schon vergessen –
einzig bleibt der Sinn als Gegenwart!

Die Verweigerung

Habe ich etwas zu verbergen? Und wenn ja, was habe ich zu verbergen? Die Antwort hat niemanden zu interessieren. Verschwiegenheit ist mein oberstes Gebot. Kein Laut dringt nach außen.
Lieber beiße ich mir die Zunge ab. Frontal vor mir ein massiger Körper von Frau. Ich lasse bei geschlossenem Mund sämtlichen Anstand in die Hose hinabgleiten. Direkt vor meiner Mutter. Der Wind treibt mir die Röte ins Gesicht. Bläst allen Kerzen den Marsch. Stockdunkel im Raum. Links und rechts klopft Schilf an meine Ohren. In Deckung. Wegducken. Was sonst, wenn Gefahr im Verzug ist. Je nach Trefferquote – wir in der Mehrzahl, das ich, schweigt. Niemand erfährt von dem Ausflug in feucht-modernde Kellergewölbe. Versprich es mir, zischte es an mir vorbei. Eisiges Schweigen zertrümmert meine innere Wärme. Wie diese abgenötigte Sprachlosigkeit aus den Kleidern schütteln? Die Schreierei zwischen meinen Eltern. Ich der dazwischen stand, ein gefundenes Fressen. Die Ursache allen Übels, bezeugte der Priester am Sonntag von der Kanzel.
Die vorweggenommene Erniedrigung im Beichtstuhl fand offiziell nie stand. Bei wem hätte ich sonst gebeichtet. Bei seiner Haushälterin? Ich sage Euch. Ein harter Engel. Tue Buße, mein Sohn. Wofür Herr Pastor, wofür Herr Pastor.
Hüte dich vor Plaudereien. Die Wege sind kurz. Rede nicht mit dem Winde, Weib, tönt es aus jenem Munde. Die Ehefrau eine Plaudertasche, verrät mich vor sitzendem Publikum in der dreizehnten Reihe knüppelharter Kirchenbänke. Ein Prototyp von Perfektion. Ich, der eifersüchtiger Ehemann. Belügt die Nachbarschaft, dass sich die Balken meines möglichen Fachwerkhauses biegen. Ich der Heiratsschwindler und Hochstapler in einem. Atmete die sauergewordene Muttermilch der Vergangenheit. Ein Scheuermittel auserlesener Art. Ich, der geborene Lügner brauche die Lüge der Halbwahrheiten wie die Weißwurst zum Atmen.
Ich stelle fest. Ich lüge mir in die Tasche. Und erst meine Verwandtschaft. Die reinsten Schwindler wunderbarster Märchen aus tausend und keiner Nacht. Die Tanten schlugen seitenweise Bücherschränke auf mein Trommelfell. Eins zwo drei vier, marschieren wir im schnellen Lauf den Berg hinauf. Oben angekommen, kullern Halbwahrheiten den Berg herunter. Vorsicht Steinschlag, klingelt es an der Tür. Braucht die Gesellschaft in der Folge Halbwahrheiten? Lass doch mal fünfe gerade sein. Stell dich nicht so an. Das ist die Würze des Lebens. Selbst wenn der Massengenozid durch eine umdeklarierte Euthanasie führt. Sie nennen es Sterbehilfe. Wem wird hier geholfen? Maul halten schreit es auf dem Maskenball.
Und jetzt kommt mein Drittes ich und behauptet von sich, das es nie hinterm Berg gehalten hat. Hier direkt im realen Leben und überall, wo es unterwegs war. Hinterlegt mein drittes ich die Behauptung, dass meine Offenheit garantiert, dass kein Staudamm gebaut wird, der eines Tages bricht und alles überschwemmt. Mein Unterbewusstsein absäuft und ich Opfer meiner mich, von innen heraus, zerfressenden Neuronen bin.
Ach, ich bin ja geimpft. Mit dem Wahrheitsserum.

Mich fragt es ständig, wann ich endlich den Schlag des Schmetterlings verspüre, der mich dazu bringt, dass moralisch, ethisch versiffte Güllefass zum Überlaufen zu bringen.
Wie sähe die Alternative aus?
Alles in mich hineinfressen oder mit aller Offenheit den eigenen Energiefluss zu stärken. Selbst wenn es bedeutet, dass ich der Häuptling der Aussätzigen bin.
Denunziert vom Judas aus welchem Haus?

Keiner lässt sich gern ausgrenzen. Deshalb ist die stinkende Soße solch ein Einheitsbrei, die wen umgibt. Und selbst wenn ich behaupte, ich wäre die Alternative, warum grenze ich dann den Eulenspiegel aus. Wovor habt ihr Angst?
Der König bestellte zu gesunden Zeiten einen Harlekin, um ausreichend Spiegel vor sich zu haben. Wer beschäftigt heute Hofnarren?
Ist meine eigene Gesundheit auf dem Weg zur Müllkippe? Ich das Stück von der Resterampe ohne Umweg in die Verbrennungsanlage?
Die Kittel, Götter in Weiss, von der Müllabfuhr? Korrupt stechende Zecken, die mehr einem Vampir gleichen, spritzen alles und jeden, der nicht bei drei auf dem Baum ist.
Oh Herr Doktor, Ihnen vertraue ich. Sie Gott in weißer Pracht. Judas verriet den Eid.
Warum nur? Vertraue ich mir nicht mehr selbst? Habe ich mir je vertraut? Ich der Körper bin der Körper und niemand anders. Wer sitzt direkt an der Quelle? Ich bin die Quelle und? Ich bin die Quelle meines Körpers. Und ich wünsche, nichts zu wissen. Was passiert da mit mir und meinem Körper?
Ich erschrecke mich vor mir selbst. Vor mir selbst. Keine Ahnung von nichts. Keine Ahnung, wer ich denn überhaupt bin.
Ist das nicht traurig, nicht mal den geringsten Zugang zu mir selbst zu finden. Ich wünsche keinen Zugang zu mir selbst. Ich komme schon so klar. Wenn überhaupt gehe ich zu jemandem, der von sich keine Ahnung hat, aber vorgibt, davon Ahnung zu haben, mich zu entschlüsseln. Und selbst wenn ein drittes ich angekrochen kommt, werde ich meine Burg der Unwissenheit bi

Die Welle

Ein Stillstand in Bewegung.
Ein Anfang ohne Ende.
Schlummernd steigt mein Bewusstsein hinab ins nächtliche Meer.
Erwacht geheimnisvoll.
Breitet sich meine Bilderwelt überdimensional aus.
Ragt der Mythos des Universums aus zeitlosem Fundament.
Auf dem es ruht und wieder kehrt,
ruht und wiederkehrt,
hält es mit geregeltem Kraftzufluss die Weltordnung in Schach.
Sind meine Götter personifizierte Gesetze, schreit es,
regelt den Strom.
Regelt den Strom.
Sie regeln den Strom.
Warum erscheinen sie immer wieder,
beim Aufdämmern der Welt?
Transportiert,
Lebensenergie ohne Körper.
Eine Störung von was?
Durch welchen Raum
Durch wessen Raum?
Am Strand des Universums
dehnt sich der Dreiklang im Konzert,
Schall, Wasser, Licht.
Kontinuierlich.
Fragt die Sonne nicht, ob ich einen Stich habe.
Diskret setze ich meine Oberschwingungen,
gegen ultraviolettes Licht.
Warum klinkt meine Flöte nicht wie?
Wie die Posaune meines Vaters?
Wie die Harfe meiner Mutter, die sie nie spielte.
Verstärkte meine Konstruktion,
gegenläufig,
In die Nähe jener Auslöschung,
nahe dem Wunsch nach Stillstand.
Der Sprung über die Kante
Schwebend abwärts zum Grund, welcher gesuchter Vorstellung?
Wellenpakete zum Fest des Tages,
in welcher Phase meines Lebens?
Räumt die Welt mit mir auf.
Räumt sie auf.
Sie räumen auf.
Ruft es nach idealem Fluid.
Götter tanzt mit mir den Oberflächentanz.
Tanzt mit mir das Lied der Scherkraft.
Bevor es vollends reißt.

Wegen der Bewegung, die Stillstand verkündet.
Vergeht im Zwielicht der Dämmerung.
Lässt sich nichts trennen.
Lässt sich von nichts trennen.
Stehe still.
Stehe ich still?
Stehe ich still?

Sprecher
Andreas Niederau-Kaiser

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Proklamation

Ich bin das Epithelgewebe, was zwischen allen Stühlen hockt.

Ich bin die Alchemie der Wiedervereinigung des Gelösten zu einem erneuert, funkelnden Lapis.

Ich bin die Transmutation meines Geistes.

Ich bin der, von der alles durchdringenden Göttlichkeit beseelte, der mannigfaltig, die materielle Formgestalt angenommen hat. Wie all meine anderen Körper aus Geist und Seele?

Ich der Stein, der kein Stein ist, dieses kostbare Ding, das ohne Wert ist, dieses mehrgestaltige Ding, das keine Form besitzt, dieses unbekannte Ding, das jeder kennt“, umfaßt mich in jener gedankenverlorenen Welt der Abwesenheit, umhüllt vom Hauch des Windes auf nackter Haut. Jenseits von Gut und Böse. Jenseits von Arm und Reich.

Ich, der von jeglicher Zerrissenheit und jeglichem Übermaß zwischen allen Stühlen hockt, verkündet das Nichts aus seiner Welt.

Amen

aus dem Buch der Wandlungen

vom 03.08.2021 01:34

Nr. 19

die Annäherung

Die Erde grenzt von oben an den See,

das ist das Bild der Annäherung und

Herablassung des Höheren gegen die

Tieferstehenden. Aus den beiden Teilen

des Bildes ergibt sich sein Verhalten zu

diesen Menschen. Wie der See

unerschöpfliche Tiefe zeigt, so ist der

Weise unerschöpflich in seiner

Bereitschaft, die Menschen zu

belehren; und wie die Erde grenzenlos

weit ist und alle Geschöpfe trägt und

hegt, so trägt und hegt der Weise die

Menschen, ohne durch Grenzen

irgendwelcher Art einen Teil der

Menschheit auszuschließen.

der Fluss

Ein Künstler saß an einem großen Fluss und sah zu, wie das Leben an ihm vorbei floss.
Da kam ein superreicher Mann daher und sagte zu ihm: Warum gehst Du nicht arbeiten? Du kannst Geld verdienen, Dir ein Haus kaufen, eine Familie gründen, kannst ein großes Auto fahren. Du könntest wirklich ein gutes Leben führen. Dann fährst Du in den Urlaub, zum Beispiel an einen Fluss und schaust dem Leben zu.
Der Künstler antwortete: „Ja, superreicher Mann du hast recht. Das könnte ich tun. Aber ich sitze ja schon an einem Fluß und schaue dem Leben zu."

Sprecher
Andreas Niederau-Kaiser

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Bilder einer Ausstellung
1994

Arbeiten von Ipett Schwarzweldt

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Puranas

- Alte sanskritische Schriften in Versform, die sich mit dem Kosmologie, heiligen Überlieferungen und der Natur des Göttlichen befassen.

Im Matsya Purana heißt es, daß die Anzeichen des nahenden Weltgerichts daran zu erkennen seien, daß soziale Strukturen zerfallen, Kriminalität und Gewalt zunehmen und die menschliche Vernunft verkommt.

Dem Vishnu Purana zufolge wird die Gesellschaft in den letzten Tagen in einen Zustand geraten, "wo Reichtum Rang verleiht, Besitz die einzige Quelle der Tugend wird, Leidenschaft das einzige Band zwischen Mann und Weib, Betrug die Grundlage des Erfolges im Leben, geschlechtliche Liebe der einzige Weg zur Freude und äußere Verwirrungen mit innerlichem Glauben zusammengeworfen werden."

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Wir halten Ausschau nach Menschen, die nach Wahrhaftigkeit suchen. Die im Leben Haltung zeigen. Die danach streben, aus sich heraus Licht ins Dunkel zu bringen. Jeden Tag, jede Stunde. Jede Sekunde.
Denn Dunkelheit ist ein Mangel an Information. Helfen Sie mit. Malen wir uns ein linkes Auge und nennen es Horus.
Sammeln wir Informationen jenseits der Algorithmen. Jenseits von Mama, Mama, ich bin der Beste. Nach dem Motto Kain gegen Abel.
Alles Wissen ist in uns. Unsere Aufgabe ist es, sich an das zu erinnern, was wir schon wissen. Hinaufzusteigen in die Höhen unserer eigenen Bibliothek, um die Verbindungen und den Zweck von allem zu erleben. Um eines Tages das gewaltige Gefühl von eintausend Seiten Komposition, in einem Augenblick zu erfahren.

P.S.: Den dunklen Hemden wünschen wir eine erlösende Heimreise.

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We are on the lookout for people who are looking for truthfulness. Who show attitude in life. Who strive to bring light into darkness out of themselves. Every day, every hour. Every second.
Because darkness is a lack of information. Help us. Let us paint a left eye and call it Horus.
Let’s collect information beyond the algorithms. Beyond mom, mom, I am the best. According to the motto Cain against Abel. All knowledge is within us. Our task is to remember what we already know. Climbing to the heights of our own library to experience the connections and purpose of everything. To experience one day the tremendous feeling of a thousand pages of composition, in one moment.

P.S.: We wish the dark shirts a redeeming journey home.

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