anstalt für experimentelle querverbindungen

Schweinskram oder Kunst

eine Arbeit von Ipett Schwarzweldt aus dem Jahr 1996
Klangbild: Albert Behrend

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Zur Diskussion um das Bild von Ipett Schwarzweldt beim Jazzchorfestival im Schäkerlager.

Die meisten Kritiker wünschen - wenn sie auch das Wort vermeiden - Zensur. Zensur eines Bildes, das verlogene Zensur anklagt. Wer genau hingesehen hat, bemerkte ein Spiegelbild der Gesellschaft. Gewalt und Perversionen sind allgegenwärtig - dagegenn wurde das Menschliche, Schöne (im Bild der Liebesakt. die einzige zärtliche Berührung) durch ein Zensur-Schild abgedeckt.
Was das mit Jazz zu tun hat? Es ist keine 60 Jahre her, daß staatliche Zensur das Volk vor dieser „entarteten Musik" geschützt hat. Im gleichen Zuge wurden Bücher und Bilder verbrannt. Ein Bild, wie das von Ipett Schwarzweldt, wäre dabeigewesen. Bis heute kämmt der Jazz die Musik gegen den Strich und räumt mit Hörgewohnheiten auf, genau wie Schwarzweldt die Malerei gegen den Strich kämmt und mit Sehgewohnheiten aufräumt.
Demokratie wird nicht durch Vorenthalten gelebt, sondern durch Aufzeigen und Diskussionen. Wer sich verletzt fühlt, schützt sich selbstbestimmt, indem er den Künstler herausfordert oder sich abwendet, und seine persönlichen kulturellen Vorlieben verstärkt. Kinder stellen angesichts der Bilder Fragen. Ihre erwachsenen Begleiter sind in der Lage, differenziert zu antworten. Werte verfallen erst, wenn keine oder unehrliche Antworten gegeben werden. Wer inhaltliche Kontrolle durch Kulturbehörden oder Veranstalter fordert, begibt sich leichtfertig auf dünnes Eis. Die Rechnung zahlt der Nachbar, der Salman Rushdie im Keller versteckt - auch wenn er dessen Bücher nicht mag. Norbert Tietz Geschäftsführer Ex & Job

Maat Ma Mutter

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser

Klangbild: Albert Behrend nach einer Idee von Antonín Dvořák

ausführende Produktion: memplex-art

© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Maat Ma Mutter

Einst besaß die ägyptische Göttin Maat, die Göttin der Wahrheit und des Rechts, das alles sehende Auge.

Hüte dich, die Armen zu berauben und grausam zu den Mittellosen zu sein....

Maat Ma Mutter

wenn du dich einem Mann nicht widersetzen kannst, der dich angreift, verletzte ihn nicht.

Laß den Übertäter allein; er wird sich selbst zerstören.

Maat Ma Mutter

Wir müssen dem Sünder helfen, denn könnten wir nicht selbst wie er werden?

Maat Ma Mutter

Brotkrusten und ein liebendes Herz sind besser als reichhaltiges Essen und Wortgefechte...

Maat Ma Mutter

Lerne, mit dem zufrieden zu sein, das du hast.

Maat Ma Mutter

Der Schatz, den du unrechtmäßig erwirbst, wird nicht bei dir bleiben;

du besitzt ihn heute, morgen ist er verschwunden....

Maat Ma Mutter

Die Billigung der Menschen ist mehr wert als alle Reichtümer.

Maat Ma Mutter

Ist ein Mann in den Brunnen gefallen

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser

Klangbild: Albert Behrend

ausführende Produktion: memplex-art

© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

ist ein Mann in den Brunnen gefallen.

hab ihn hören plumpsen

wäre er nicht hineingefallen

wäre er nicht ertrunken

ist eine Frau in den Brunnen gefallen.

hab sie hören plumpsen

wäre sie nicht hineingefallen

wäre sie nicht ertrunken

ist ein Kind in den Brunnen gefallen

hab es hören plumpsen

wäre es nicht hineingefallen

wäre es nicht ertrunken.

ist eine Familie in den Brunnen gefallen

hab sie hören plumpsen

wäre sie nicht hinein gefallen

wäre sie nicht ertrunken

ist ein Volk in den Brunnen gefallen

hab es hören plumpsen

wäre es nicht hinein gefallen

wäre es nicht ertrunken.

ist die Welt in den Brunnen gefallen

hab sie hören plumpsen

wäre sie nicht hinein gefallen

wäre ich nicht ertrunken.

What the fuck is this Jbc77

Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

What the fuck is this Jbc77

Kali Ma die "dunkle Mutter".
Kali, die hungrige Erde, die ihre eigenen Kinder frißt und sich an deren Fleisch mästet.

12. Mai

Klangbild:Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

12. Mai

Abfahrtsdatum, Abfülldatum, Abholdatum, Ablaufdatum, Abmeldedatum, Abrechnungsdatum, Abreisedatum, Abschlussdatum, Anfangsdatum, Anmeldedatum, Aufführungsdatum, Auftragsdatum, Ausfertigungsdatum, Ausgangsdatum, Ausstellungsdatum, Belastungsdatum, Beobachtungsdatum, Bestelldatum, Bondatum, Buchungsdatum, Eingangsdatum, Einkaufsdatum, Erscheinungsdatum, Fälligkeitsdatum, Fristdatum, Geburtsdatum, Haltbarkeitsdatum, Herstellungsdatum, Indexdatum, Jubeldatum, Kassenbondatum, Kaufdatum, Kontrolldatum, Meldedatum, Meldungsdatum, Mindesthaltbarkeitsdatum, Produktionsdatum, Sterbedatum, Todesdatum, Valutadatum, Verbrauchsdatum, Verfalldatum/Verfallsdatum, Verkaufsdatum, Wahldatum
Bewegungsdatum, Eckdatum, Eingabedatum, Formulardatum, Klimadatum, Stammdatum

Departure date, Filling date, Pick-up date, Expiration date, Sign-off date, Settlement date, Departure date, Closing date, Start date, Registration date, Performance date, Order date, Issue date, Issue date, Debit date, Observation date, Order date, Bond date, Booking date, Receipt date, Purchase date, publication date, due date, deadline date, date of birth, expiration date, production date, index date, jubilee date, cash bond date, purchase date, control date, notification date, minimum durability date, production date, death date, value date, consumption date, expiry date/expiration date, sale date, election date
Movement date, basic date, input date, form date, climate date, master date

Rachmaninow

Klangbild: Albert Behrend
nach einer Idee von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow
Geburt: 01.04.1873
Tot: 28.03.1943

Rachmaninow kam 1885 in Moskau an. Swerew ließ immer drei besonders begabte Schüler bei sich wohnen, und so fand Rachmaninow auf diese Weise eine Unterkunft. Swerew verlangte weder ein Entgelt noch ein Honorar für die Unterrichtsstunden, und er übernahm die Kosten für den Französisch- und einen Deutschlehrer. Im Gegenzug forderte er von seinen Schülern ein äußerst diszipliniertes Studium: Lob gab es intern allenfalls in Form billigender Kenntnisnahme, sobald jedoch Dritte anwesend waren, überschlug er sich in Anerkennung.
Rachmaninow notierte später:
„Swerew verwandelte sein Haus, das ein musikalisches Gefängnis hätte werden können, in ein musikalisches Paradies. Sonntags wurde aus dem strengen Lehrer ein völlig anderer. Den Nachmittag und Abend pflegte er ein offenes Haus für die bedeutendsten Figuren der Moskauer Musikwelt. Tschaikowski, Tanejew, Arenski, Safonow und Siloti schauten ebenso bei ihm vorbei wie Professoren der Universität, Juristen, Schauspieler, und die Stunden vergingen mit Gesprächen und Musik. [...] Unsere Stegreif-Auftritte waren Swerews größtes Vergnügen. Egal, was wir spielten, sein Urteil lautete stets: Ausgezeichnet! Gut gemacht! Hervorragend! Er ließ uns das spielen, wozu wir aufgelegt waren, und forderte die Gäste auf, sich seiner Meinung über uns anzuschließen.“

Vaterfiguren

Beuys, Brücke, Cezanne, Dali, Klein, Kandinsky, Kokoschka, Matisse, Ernst, Picasso, Schwitters, Warhol.

Weisser Saal, Südstattwerkstatt, Hannover 1982 - (heute Eisfabrik)

Anstreicher: Molenda, Niederau-Kaiser

Klangbild: Albert Behrend
nach einer Idee von Johann Sebastian Bach

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

About 'Vater unser im Himmelreich BWV 636'

Bach, Johann Sebastian
Born: 21 March 1685 , Eisenach
Died: 28 July 1750 , Leipzig

The Artist:
One of the greatest composers of all time. Bach wrote hundreds of pieces for organ, choir, as well as many other instruments. He spent most of his life as a church organist and a choir director. His music combines profound expression with clever musico-mathematical feats, like fugues and canons in which the same melody is played against itself in various ways.

Einer der größten Komponisten aller Zeiten. Bach schrieb Hunderte von Stücken für Orgel, Chor und viele andere Instrumente. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er als Kirchenorganist und Chorleiter. Seine Musik verbindet tiefe Ausdruckskraft mit raffinierten musikmathematischen Kunststücken, wie Fugen und Kanons, in denen dieselbe Melodie auf verschiedene Weise gegeneinander gespielt wird.

Schostakowitsch

Klangbild: Albert Behrend
nach einer Idee von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Schostakowitschs unmittelbare Vorfahren kamen aus Sibirien, sein
Großvater väterlicherseits (ursprünglich Szostakowicz) war
polnischer Herkunft und stammte aus einer römisch-katholischen
Familie. Dieser Großvater war ein polnischer Revolutionär, der in
den Januaraufstand von 1863/64 verwickelt war. Er wurde 1866
nach Narym in der Nähe von Tomsk verbannt. Als die Zeit seines
Exils vorbei war, beschloss Bolesław Szostakowicz, in Sibirien zu
bleiben. Er wurde schließlich ein erfolgreicher Bankier in Irkutsk
und lebte dort mit seiner großen Familie. Sein Sohn, Dmitri
Boleslawowitsch Schostakowitsch, der Vater des Komponisten,
war im Exil in Narym im Jahre 1875 geboren, besuchte später in
Sankt Petersburg die Universität, die er 1899 an der Fakultät für
Physik und Mathematik abschloss. Später arbeitete er als Ingenieur
in Sankt Petersburg. Im Jahre 1903 heiratete er die junge russische Pianistin Sofia Kokulina. Das Ehepaar hatte insgesamt drei Kinder, Dmitri war davon das zweite. Trotz der musikalischen Tradition in der Familie interessierte sich der Sohn zunächst kaum für Musik; die Mutter konnte aber bald die Interessen des „Mitja“ genannten Dmitri und seiner großen Schwester Maria auf das Klavier lenken.

Heimat

Eine Arbeit von Ipett Schwarzweldt aus dem Jahre 1988
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Der Begriff Heimat verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum (Territorium). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen. Er steht auch in einer speziellen Beziehung zum Begriff der „Siedlung“; dieser bezieht sich, im Gegensatz zum Wohnplatz, in der Regel auf eine sesshafte Lebensform, d. h. auf ein dauerhaftes bzw. langfristiges Sich-Niederlassen und Wohnen an einem Ort bzw. in einer Region. Der Begriff findet aber auch in einem übertragenen, metaphorischen Sinne, etwa in der Bedeutung „geistige Heimat“, Verwendung.

Mussorgsky

Klangbild: Albert Behrend
nach einer Idee von Modest Petrowitsch Mussorgski
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Als jüngster Sohn eines wohlhabenden Landbesitzers geboren, lernte Modest Mussorgski durch seine Mutter und eine deutsche Erzieherin das Klavierspiel. Im Alter von sieben Jahren beherrschte er bereits kurze Stücke von Franz Liszt und im Alter von neun Jahren spielte er vor einem zahlreichen Publikum in seinem Elternhaus ein Konzert von John Field. Im August 1849 begann er Klavierunterricht bei Anton Herke, einem Schüler von Adolf Henselt, und war Schüler an der renommierten Petrischule.

Porträt einer Haltung

Installation von Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Porträt einer Haltung
Zur Disposition steht eine Installation mit dem Titel „Porträt einer Haltung“ aus dem Jahre 1983 in der Südstadtwerkstatt Hannover. Die erste Einzel-Ausstellung im „schwarzen Saal“ der heutigen Eisfabrik in der Südstadt von Hannover.
Mit anschließender Verlegung des Siebdruckteppichs auf die zentralsten Stelle der Stadt Hannover - dem Kröpcke.

1 roter Filzhut
1 Liegestuhlgestell aus Holz - dazu Öl auf Leinwand 44,5 x 140 cm
42 Keilrahmen Öl auf Leinwand 80 x 100 cm
1450 Siebdrucke A3 5-farbig
ein geschlossener Raum ca. 10 x 20 m

Silence

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Stille.
Stille.
Stillstand.
Ohne Wandlung.
Bewegungslos liege ich schweigend an Mutters Brust.
Schweigend an Mutters Brust.
Betrachte mein Stillleben.
Mit feinem Pinselstrich der Zeigefinger auf meinen Lippen?
Mit feinem Pinselstrich der Zeigefinger auf meinen Lippen?
Wessen Zeigefinger?
Atemdurchflutet schleicht es durch den Raum.
Ich bin das Museum der Stille.
Vorübergehend geschlossen.
Stillgelegt.
Im goldenen Zeitalter.
Der Andacht wegen.
Verboten.
Gedrosselt.
Zerstört.
Schockstarre.
Herzschlag versunken.
Muskeln hart wie Kruppstahl.
Kontrollverlust in der Hose verbreitet.
Bis der Waschgang der Herrschsucht ein Ende fand.

Ewig fortwährende Selbstzerstörung
(Ovid, Properz)

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Was kann mir bieten ein Glück, das bemüht ist, nie mich zu ängstigen?
Nichts kann ich lieben, das nicht stets mich mit Stacheln verletzt!
Laß ich in deinem Bett die Spur eines anderen gewahren.
Und an dem Halse das Mal, das dir ein anderer biß!
Du aber zögere nicht, dein Schmerz wird gelinder beim Strafen,
Mit deinen Nägeln sogleich in das Gesicht mir zu gehn.
Schone die Augen mir nicht, nicht schone beim Strafen die Haare.
Sind deine Hände zu schwach, soll ihnen helfen der Zorn!
Gut so! Raufe nur wacker mein Haar! Deiner herrlichen Nägel
Spuren grabe getrost tief in mein Antlitz mir ein!
Drohe mir, daß du die Augen mit brennendem Feuer mir aussengst,
Reiße mir ab das Gewand, daß sich mein Körper entblößt ...
Sei mein Nacken der Zeuge von Wunden, die dir ich verdanke,
Mir ist das bläuliche Mal Zeichen erwiderter Gunst.
Lieb ich, so will ich auch Leid, treff's mich oder meine Geliebte,
Weinen will ich dich sehn oder will weinen auch selbst.

Publius Ovidius Naso (deutsch Ovid [ˀoˈviːt]; * 20. März 43 v. Chr. in Sulmo; † wohl 17 n. Chr. in Tomis) war ein antiker römischer Dichter.

Sextus Aurelius Propertius (deutsch Properz; * etwa 47 v. Chr. in Assisi; † spätestens vor 2 v. Chr.) gehörte gemeinsam mit Cornelius Gallus, Tibull und Ovid zu den Vertretern der römischen Liebeselegie, die in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. ihre kurze Blüte hatte.

Bergkristall

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Bergkristall

Unterliegen meine Zellhaufen einem mechanischen Verschleiß?
Mechanisch. Bin ich ein Auto?
Bin ich ein selbst?
Bin ich ein Gegenstand?
Stoffwechselstörung. Infektion, Beschädigungen, Schadensanspruch?
Stirbt mein Organismus durch den Stachel meiner Passivität?
Entzünde ich mich an mir selbst.
Wer verfügt die gebotene Gewährleistung nicht einzuhalten?
Durch den Sieg des Todestriebes über meinen Lebenstrieb?
Sich meine nach innen gerichteten Aggressionen sich nicht mehr leugnen lassen?
Ich sage Euch, er ist unausrottbar, dieser Trieb.
Verdammt, er ist unausrottbar seit Beginn an.
Die Macht dieser Version über meine Gesundheit,
die Sehnsucht nach innerer Zerstörung.
Den erfolglosen Kampf gegen die Außenwelt bereits verloren,
Meine Art der erworbenen Anpassung nicht zureicht.
Die Sehnsucht nach unendlicher Ruhe schreit.
Seit Anbeginn der Versuch, meine gestörte Gleichgewichtsstörung ins Gleichgewicht zu bringen.
Bis es mir gelingt, mich die Erscheinung, zu löschen.
Endlich im Jenseits.
Endlich im Tod.
Vor Jahrmillionen beschlossen.
Dem Geschenk der Götter nach der Erlösung dankend.
Versteinert in der Wüste meiner Vergessenheit.
Ich ein Bergkristall.

La mamma morta

Komponist: Giordano Umberto
Oper: Andrea Chénier
Rolle: Maddalena di Coigny (Sopran)

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

MADDALENA
Meine tote Mutter stand vor der Tür meines Zimmers;
sie starb und rettete mich!
Dann wanderte ich in der Nacht mit Bersi,
Wenn plötzlich ein greller Schein aufblitzt
Blitzt hervor und erhellt sich vor meinen Schritten
Der düstere Weg! Schauen Sie!
Der Ort, an dem meine Wiege stand, brannte!
Ich war also allein! Und rundherum war nichts!
Hunger und Elend! Not und Gefahr!
Ich wurde krank, und Bersi, gut und rein,
aus ihrer Schönheit einen Markt gemacht,
einen Vertrag für mich!
Ich bringe Unglück über diejenigen, die mich lieben!
Plötzlich bricht in Magdalenas Pupillen ein Licht der höchsten Freude aus
In diesem Schmerz lag es
Diese Liebe kam zu mir!
Stimme voller Harmonie und sagt
"Lebe noch! Ich bin das Leben!
In meinen Augen ist dein Himmel!
Sie sind nicht allein!
Deine Träume sammle ich!
Ich stehe auf Ihrem Weg und unterstütze Sie!
Lächeln und hoffen! Ich bin die Liebe!
Ringsum ist Blut und Schlamm?
Ich bin göttlich! Ich bin das Vergessen!
Ich bin der Gott, der die Welt beherrscht
Herabsteigend aus dem Reich der Mitte, die Erde machend
ein Himmel! Ah!
Ich bin die Liebe, ich bin die Liebe, ich bin die Liebe".
Und der Engel nähert sich, küsst,
und küsst den Tod!
Der Körper einer sterbenden Frau ist mein Körper.
Dann nimm es.
Ich bin bereits tot!

Andrea Chénier ist eine 1896 uraufgeführte Oper in vier Akten des italienischen Komponisten Umberto Giordano. Das Libretto verfasste Luigi Illica, der später mehrfach für Giacomo Puccini als Librettist tätig war. Gelegentlich wird Andrea Chénier auch als musikalisches Drama bezeichnet. Im Mittelpunkt des dem Verismo zugerechneten Werkes steht die tragische Figur des französischen Dichters André Chénier, der 1794 in Paris mit 31 Jahren auf der Guillotine endete.
Die Handlung der Oper spielt zur Zeit der Französischen Revolution und der Schreckensherrschaft der Jakobiner in und um Paris.

Nessun dorma

Niemand schlafe.

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
nach einer Idee von Giacommo Puccini

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Deutsche Übersetzung
Calaf

Niemand schlafe! Niemand schlafe!

Auch du, oh Prinzessin,
in deinem kalten Zimmer

betrachtest die Sterne, welche beben

vor Liebe und vor Hoffnung!

Aber mein Geheimnis ist verschlossen in mir,

meinen Namen wird niemand erfahren!

Nein, nein, auf deinem Mund werde ich ihn nennen,

wenn das Licht scheinen wird!

Und mein Kuss wird das Schweigen schmelzen,

was dich zu meinem macht!
was dich zu meinem macht! 



Chor

Seinen Namen wird niemand erfahren …

Und wir müssen, ach, sterben, sterben! …



Calaf

Verschwinde, oh Nacht! Geht unter, Sterne!

Geht unter, Sterne!
Zum Sonnenaufgang werde ich siegen!

Werde ich siegen!

Nessun dorma (italienisch für ‚Niemand schlafe‘) ist die Arie des Prinzen Kalaf zu Beginn des 3. Aktes der Oper Turandot von Giacomo Puccini, die 1926 in Mailand uraufgeführt wurde.
In der Oper, deren Handlung vor 3000 Jahren im chinesischen Reich spielt, löst der fremde Prinz Kalaf das Rätsel der Prinzessin Turandot und gewinnt sie damit als Gemahlin. Er stellt der Prinzessin jedoch in Aussicht, sie von ihrem Heiratsversprechen zu entbinden, wenn sie bis Sonnenaufgang seinen Namen herausfinden würde.
Daraufhin befiehlt Turandot, dass niemand in Peking schlafen dürfe, alle sollten nach dem Namen des unbekannten Prinzen fahnden. Die Untertanen werden mit der Todesstrafe bedroht, falls sie den Namen nicht herausfinden sollten.
Boten verkünden: Questa notte nessun dorma in Pechino – ‚Diese Nacht soll niemand schlafen in Peking‘. Daraufhin wiederholt der Chor die Worte Nessun dorma. Auch Kalaf greift diese Worte zu Beginn der Arie auf und zeigt sich standhaft und gewiss, dass die Prinzessin das Geheimnis seines Namens nicht lösen wird.

The never defeated Lion of Circassia

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Text by Anthony Pasquin (Mather Brown, ca. 1790)

Klangbild: Albert Behrend

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Image title: The never defeated Lion of Circassia
Author: Pshmaf Komok

Second image
Satan Summoning His Legions
by Thomas Larence

Third image
Photo of anonymous replica based on (Nachbildung nach)
"Wehrmacht" by Breker originally erected at the German Nazi
regime's Reichskanzlei in Berlin 1939. On public display
in Deutsches Historiches Museum, Berlin.

Fourth image
Rabbit (1986)
by Jeff Koons

Fifth image
Blood or ketchup
by Ipett Schwarzweldt

Sixth image
A Slap in the Face of Public Taste (1912)
by David Davidovich Burliuk

John Williams (Anthony Pasquin) schrieb:
"Die Häufigkeit, mit der wir alljährlich gezwungen waren,
die kühne Torheit unserer gefühllosen Künstler zu bemerken,
die den Stab eines historischen Malers übernahmen,
bevor sie auch nur eine allgemeine Kenntnis der menschlichen Anatomie besaßen,
hat uns mit Bedauern erfüllt,
doch es scheint,
dass keine Warnung ihren Wahnsinn aufhalten,
noch irgendeine Ermahnung ihre Manieren ändern kann: -
Bevor Michel Angelo oder Rafaelle versuchten,
diesen Weg der Erhabenheit zu beschreiten,
fügten sie den reinsten und stärksten Begabungen die Kraft unberechenbarer und unermüdlicher Studien hinzu,
und selbst dann nahmen sie den Stift zitternd in die Hand,
wohl wissend um die komplizierten Schwierigkeiten des Unterfangens.
"Aber Narren stürzen sich hinein,
wenn Engel sich fürchten zu treten."
Das Bild ist eine Mischung aus schlimmsten Teilen des göttlichen Bonarotti [d.h. Michelangelo] und des extravaganten Goltzius:
die Figur des Satans ist kolossal und sehr schlecht gezeichnet:
der Körper ist so unproportioniert zu den Extremitäten,
dass er nur aus Beinen und Armen zu bestehen scheint
und aus der Ferne für ein Zeichen des gespreizten Adlers gehalten werden könnte.
Das Kolorit entspricht ebenso wenig der Wahrheit wie der Umriss,
denn es ist so geordnet,
dass es die Vorstellung eines verrückten deutschen Bäckers vermittelt,
der nackt in einer Feuersbrunst aus seinem eigenen Sirup tanzt!
(A.P. [Anthony Pasquin] Royal Academy. Neunundzwanzigste Ausstellung, [1797] In Royal Academy Critiques, Vol. II, p10)

wenn der Postmann 2x klingelt.

Cartoons von Marcus Dürr (1994)
Klangraum: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Schwanensee

Klangraum: Albert Behrend
nach einer Vorlage von Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Serenade for strings op 48_Teil 02

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Schwanensee

Die Sage von der verzauberten Schwanenprinzessin, die nur durch wahre Liebe aus dem Bann des bösen Zauberers erlöst werden kann, ist bei vielen Völkern bekannt. In Schwanensee lassen sich häufige Motive zahlreicher Märchen nachweisen: Insbesondere die unglücklich verzauberte Prinzessin, die durch die Liebe eines Prinzen erlöst wird.

Black Swan

Die Metapher bezieht sich auf den selten vorkommenden Trauerschwan. Ein „schwarzer Schwan“ verkörperte bis in das 18. Jahrhundert hinein das Nichtvorstellbare, denn alle Schwäne waren weiß. Diese These wurde mit der Entdeckung des seltenen Trauerschwans durch John L. Latham 1790 in Westaustralien falsifiziert. Seine Seltenheit wird in der Wirtschaft, insbesondere in der Finanzwirtschaft, für Ereignisse mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit übernommen. Es handelt sich um zufällige und unerwartete Ereignisse, die den Menschen zwingen, seine Sicht der Dinge zu ändern.
Mit „schwarzen Schwänen“ befassen sich Organisationen wie Unternehmen im Rahmen des Krisenmanagements (ex post), ihre Einbeziehung in die Zukunftsplanung ist Gegenstand der Wahrscheinlichkeitstheorie (ex ante).

Ich bin ja, Herr, in deiner Macht

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Text: S. Dach, 1648

Klangbild: Albert Behrend
nach Bach. Johann Sebastian (1685 - 1750)

ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Ich bin ja, Herr, in deiner Macht
1. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht,
Du hast mich an das Licht gebracht,
Du unterhälst mir auch das Leben;
Du kennest meiner Monden Zahl,
Weißt, wann ich diesem Jammertal
Auch wieder gute Nacht muss geben;
Wo, wie und wann ich sterben soll,
Das weißt du, Vater, mehr als wohl.

Der Handelsvertreter

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Der Handelsvertreter

Der Handelsvertreter reklamiert.
Der Klinkenputzer rutscht ab.
Der Halsbandträger trägt gehörig zum Fachidioten.
Kriechend, auf allen Vieren.
Kisten, Kasten, stapelweise Container.
Der Effektclown zielt auf den Scheißhausthron.
Das Bild ist der Spiegel.
Ist noch eine Schublade frei?
Massenhaft Gefärbtes
quillt der Hybris aus dem Hirn.
Der Vorturner tanzt gnadenlos im Kreis. Medea plagt die Unstimmigkeit im Verlauf.
Die Zentrale der Augenverdreher versagt im Morast.
Die Sprengschule der Kunst ist nicht verpackt.
Verzerrtes Trugbild eigener Identität.
Der Fälscher integer.
Die Verbiegung jener Argonauten.
Für deren Beute ein goldenes Vlies zur Auswahl stand.
Die besten Effekte gewählt.
In Schönheit sterben.
Macht und Macht macht nichts.
Ermordet Medea Kreon, dessen Tochter und ihre eigenen Kinder.
Ruft der Schokoladenkönig.
Großes Schema der Dinge.
Wie kann irgendwer irgendwie irgendetwas ahnen.
In den Chefetagen der Antike grabschten die Frauen.
Jetzt bin ich auf der Flucht.
Da ist guter Rat teuer.
da ist wirklich guter Rat teuer.

Demaskierung des digitalen Menschen

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Demaskierung des digitalen Menschen:

Friedrich II. von Hohenstaufen war -
so wird in der Chronik berichtet - von der Vorstellung besessen,
daß es möglich sein müsse,
die Ursprache der Menschen zu finden,
wenn nur beobachtet werde,
in welcher Sprache Kinder zu reden anfangen,
mit denen vorher nicht gesprochen werde.
»Und deshalb befahl er den Ammen und Pflegerinnen,
sie sollten den Kindern Milch geben,
daß sie an den Brüsten säugen möchten,
sie baden und waschen,
aber in keiner Weise mit ihnen schön tun und mit ihnen sprechen.
Er wollte nämlich erforschen,
ob sie die hebräische Sprache sprächen,
als die älteste, oder griechisch oder latein oder arabisch oder aber die Sprache ihrer Eltern, die sie geboren hatten.''
Aber er mühte sich vergebens,
weil die Knaben und anderen Kinder alle starben.
Denn sie vermöchten nicht zu leben ohne das Händepatschen und das fröhliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen und Ernährerinnen.«

Friedrich II. (* 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona, Reichsitalien; † 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino bei Lucera, Königreich Sizilien) aus dem Adelsgeschlecht der Staufer war ab 1198 König von Sizilien, ab 1212 römisch-deutscher König und von 1220 bis zu seinem Tod Kaiser des römisch-deutschen Reiches. Außerdem führte er ab 1225 den Titel „König von Jerusalem“. Von seinen 39 Regierungsjahren als römisch-deutscher Herrscher hielt er sich 28 Jahre in Italien auf.

Kindheitserinnerungen


Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Text: Wilhelm Busch
Klangbild: Albert Behrend
nach einer Sonate C-Dur, Opus 1 Satz 2 (1853) von Johannes Brahms
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Ein Künstler auf dem hohen Seil,
Der alt geworden mittlerweil,
Stieg eines Tages vom Gerüst
Und sprach: Nun will ich unten bleiben
Und nur noch Hausgymnastik treiben,
Was zur Verdauung nötig ist.
Da riefen alle: Oh, wie schad!
Der Meister scheint doch allnachgrad
Zu schwach und steif zum Seilbesteigen!
Ha! denkt er, dieses wird sich zeigen!
Und richtig, eh der Markt geschlossen,
Treibt er aufs neu die alten Possen
Hoch in der Luft, und zwar mit Glück,
Bis auf ein kleines Mißgeschick.
Er fiel herab in großer Eile
Und knickte sich die Wirbelsäule.
Der alte Narr! Jetzt bleibt er krumm!
So äußert sich das Publikum.

Heinrich Christian Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908
Autobiografie aus dem Jahre 1886 von Wilhelm Busch: 
Es scheint wunderlich; aber weil andre über mich geschrieben, muß ich’s auch einmal tun. Daß es ungern geschähe, kann ich dem Leser, einem tiefen Kenner auch des eigenen Herzens, nicht weismachen, daß es kurz geschieht, wird ihm eine angenehme Enttäuschung sein. Ich bin geboren am -15. April -1832 zu Wiedensahl als der erste von sieben.
Mein Vater war Krämer; klein, kraus, rührig, mäßig und gewissenhaft
Mein Vater war Krämer; klein, kraus, rührig, mäßig und gewissenhaft; stets besorgt, nie zärtlich; zum Spaß geneigt, aber ernst gegen Dummheiten. Er rauchte beständig Pfeifen, aber, als Feind aller Neuerungen, niemals Zigarren, nahm daher auch niemals Reibhölzer, sondern blieb bei Zunder, Stahl und Stein, oder Fidibus. Jeden Abend spazierte er allein durchs Dorf; zur Nachtigallenzeit in den Wald. Meine Mutter, still, fleißig, fromm, pflegte nach dem Abendessen zu lesen. Beide lebten einträchtig und so häuslich, daß einst über zwanzig Jahre vergingen, ohne daß sie zusammen ausfuhren. Was weiß ich denn noch aus meinem dritten Jahr? Knecht Heinrich macht schöne Flöten für mich und spielt selber auf der Maultrommel, und im Garten ist das Gras so hoch und die Erbsen sind noch höher; und hinter dem strohgedeckten Hause, neben dem Brunnen, stand ein Kübel voll Wasser, und ich sah mein Schwesterchen drin liegen, wie ein Bild unter Glas und Rahmen, und als die Mutter kam, war sie kaum noch ins Leben zu bringen.

Ein Jahr später geboren:
Johannes Brahms (* 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien) war ein deutscher Komponist, Pianist und Dirigent. Seine Kompositionen werden vorwiegend der Hochromantik zugeordnet; durch die Einbeziehung barocker und klassischer Formen gehen sie aber über diese hinaus. Brahms gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte.

St. Nicolai (Wiedensahl)
Schon um 1000 n. Chr. stand am See (heute: Wiedensahler Sahl) eine Kapelle des Edelhofs der Herren von See. Diese wurde 1275 um das Kirchenschiff ......


Phönix aus der Asche

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Mythos
Der Phönix (altgriechisch Φοίνιξ, Phoínix, von altägyptisch Benu: „Der Wiedergeborene/Der neugeborene Sohn“; lateinisch Phoenix) ist ein mythischer Vogel, der am Ende seines Lebenszyklus verbrennt oder stirbt, um aus dem verwesenden Leib oder aus seiner Asche wieder neu zu erstehen.
Diese Vorstellung findet sich heute noch in der Redewendung „Wie ein Phönix aus der Asche“ für etwas, das schon verloren geglaubt war, aber in neuem Glanz wieder erscheint.

Phönix aus der Asche

Blutunterlaufene Augen verfolgen mich mit ihren knallroten Wangen.

Von der Sonne gedörrt.

All diese stolpernden Kreaturen im Delirium, mir entgegen fallend, gefangen in ihrer eigenen Haut.

Vom Winde aufgeblasener Lippen

Die reinste Pickellandschaft

Groß, robust, bis zu den Schultern

Rote glühende Mähnen.

Reichlich verbranntes, stinkendes Fleisch

Ich kurz davor, gehängt zu werden,

Kopf ab,

wurde ausgepeitscht,

von der Sonne durchnässt.

Setzten sie mir aus der Brust des Upas Baumes

jenes Gift in den Oberarm.

Platzen tausende hellbraune Sommersprossen.

Eine trockene, sandige, ockerfarbene, manchmal tiefbraune platzende Eiterblase

Übelriechend, dem Klärschlamm gleich.

Ergoss sich die Flut zwischen meiner Scham.

Wie die meisten Pflanzen dann raschelnd tot, wie papieren, im flüchtenden Wind.

Phönix aus der Asche, den Berg hinauf.

Oben angekommen, setze ich mich wieder drauf.

Mein Hut

Sprecher: Andreas Niederau-Kaiser
Klangbild: Albert Behrend
ausführende Produktion: memplex-art
© 2022 Anstalt für experimentelle Querverbindungen

Mein Hut

Mein Hut der hat drei Ecken,

drei Ecken hat mein Hut

und hät er nicht drei ecken,

dann wärs es nicht mein Hut.

Dein Hut der hat vier Ecken,

vier Ecken hat Dein Hut

und hät er nicht vier ecken,

dann wärs es nicht Dein Hut.

Sein Hut der hat fünf Ecken,

fünf Ecken hat sein Hut

und hät er nicht fünf Ecken,

dann wärs nicht sein Hut.

Ihr Hut der hat sechs Ecken,

sechs Ecken hat ihr Hut

und hät er nicht sechs Ecken,

das wärs es nicht ihr Hut.

Unser Hut der hat keine Ecken,

keine Ecken hat unser Hut

und hät er eine Ecke,

dann wärs nicht unser Hut.

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Wir halten Ausschau nach Menschen, die nach Wahrhaftigkeit suchen. Die im Leben Haltung zeigen. Die danach streben, aus sich heraus Licht ins Dunkel zu bringen. Jeden Tag, jede Stunde. Jede Sekunde.
Denn Dunkelheit ist ein Mangel an Information. Helfen Sie mit. Malen wir uns ein linkes Auge und nennen es Horus.
Sammeln wir Informationen jenseits der Algorithmen. Jenseits von Mama, Mama, ich bin der Beste. Nach dem Motto Kain gegen Abel.
Alles Wissen ist in uns. Unsere Aufgabe ist es, sich an das zu erinnern, was wir schon wissen. Hinaufzusteigen in die Höhen unserer eigenen Bibliothek, um die Verbindungen und den Zweck von allem zu erleben. Um eines Tages das gewaltige Gefühl von eintausend Seiten Komposition, in einem Augenblick zu erfahren.

P.S.: Den dunklen Hemden wünschen wir eine erlösende Heimreise.

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We are on the lookout for people who are looking for truthfulness. Who show attitude in life. Who strive to bring light into darkness out of themselves. Every day, every hour. Every second.
Because darkness is a lack of information. Help us. Let us paint a left eye and call it Horus.
Let’s collect information beyond the algorithms. Beyond mom, mom, I am the best. According to the motto Cain against Abel. All knowledge is within us. Our task is to remember what we already know. Climbing to the heights of our own library to experience the connections and purpose of everything. To experience one day the tremendous feeling of a thousand pages of composition, in one moment.

P.S.: We wish the dark shirts a redeeming journey home.

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