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Ich habe am 23.07 Anzeige erstattet gegen Unbekannt, da mir der Mann aus dem Hochhaus noch nicht namentlich bekannt war. Ich kannte nur das Video, indem man sehr deutlich hören kann, dass er den Amokläufer mit unzähligen Beleidigungen - belegt also das nahm ja gar kein Ende mehr.

Mein Name ist der Staatsanwaltschaft bekannt. Ich habe nicht anonym Anzeige erstattet. Ich stehe dazu, dass ich Anzeige erstattet habe und deswegen habe ich mich bei der Staatsanwaltschaft natürlich auch namentlich gemeldet.

Ich habe jetzt einen Text vorbereitet, um euch genauer zu erklären was eigentlich Sache ist. Es kursieren auch ein paar Informationen die falsch sind und ich wollte euch auch mitteilen was meine Ansicht überhaupt dazu ist und warum ich jetzt diese Anzeige überhaupt erstattet habe, was meine Beweggründe sind.

Ich habe durchaus eine weiterreichende Motivation die das Thema Mobbing betrifft und das werde ich gegen Ende des Videos genauer erklären. Aus meiner Sicht waren die massiven Beleidigungen des Amokläufers keine Heldentat.

Dem Beleidiger war nachweislich anhand des Videos bekannt, dass der Mann auf dem Parkhausdach eine geladene Schusswaffe bei sich hatte. Dennoch belegte er ihn mit Schimpfworten. Mir ist kein vernünftiger Psychologe bekannt, der in einer Situation in der eine Person mit geladener Schusswaffe hantiert, dazu raten würde den Waffenträger schwerst zu beleidigen und zu provozieren.

Der Rat wäre im Normalfall die Flucht anzutreten und wenn das nicht geht zu warten und den Täter natürlich nicht zu provozieren. Dass der Amokläufer zu weiteren Schüssen durch die Beleidigung provoziert wurde und tatsächlich daraufhin weiter schoss ist durch die kursierenden Videos belegt.

Da wurde auch ein Anwohner laut eigenen Aussagen in einem Interview angeschossen. Es kam also zumindestens einer Körperverletzung durch Schüsse nach den Beleidigungen - also vom Parkhausdach aus. Der Beleidiger hatte auch eigenen Angaben nach nicht die Motivation den Amokläufer abzulenken, sondern ergab im Interview an, zunächst nicht realisiert zu haben, dass es sich um den Amokläufer handelte.

Im übrigen habe ich nicht angezeigt wegen Verunglimpfung von Toten das wäre juristisch natürlich völliger Quatsch. Ich habe wegen dem Grundtatbestand der Beleidigung angezeigt und wegen des Problems Antragsdelikt begründet, weshalb ich ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung sehe. Beleidigung können auch bei öffentlichem Interesse verfolgt werden. Das kommt meistens dem normalen Bürger nicht zugute, aber z.b. wenn man einen Beamten beleidigt, dann kommt es durchaus mal zur Anwendung, dass man ein öffentliches Interesse bejaht, da man eben ungerne Amtsträger beleidigt sieht.

Ich sehe darin übrigens eine Benachteiligung von "normalen Bürgern" gegenüber Amtsträgern. Ich denke, man sollte das genauso verfolgen und auch in solchen Fällen ein öffentliches Interesse bejahen. Ich sehe ein öffentliches Interesse gegeben, dadurch dass die Provokation des Täters mittels Beleidigungen weitere Menschen in die Gefahr des Todes oder zumindest der Körperverletzung gebracht wurden. In einer Situation die ohnehin bereits mehr als prekär war.

Nach Angaben eines angeschossenen Einwohners hat sich diese Gefahr auch realisiert, da der Anwohner im Rahmen dann massiven Beleidigung des Amokläufers angeschossen wurde. Ich habe zudem wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und möglicherweise sogar Tötung angezeigt.

Es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass eine Person mit geladener Waffe durchaus auch schießt wenn sie provoziert wird - jedenfalls entspricht es nicht der Wahrheit, dass der anwohnende Beleidiger den Amokläufer abgelenkt hat von weiteren Schüssen und es ist auch nicht richtig, dass der Amokläufer daraufhin nicht mehr geschossen hat.

Sollte ich im übrigen erfahren, wer den Amokläufer im Vorfeld der Tat gemobbt hat und sollte ich konkret erfahren, dass im Rahmen des Mobbings strafbare Handlungen abgelaufen sind, werde ich auch diese Anzeigen. Da meines Erachtens die Mobber des jungen Mannes eine Mitverantwortung am Tod und der Verletzung der Opfer des Amokläufers tragen.

Mobbing ist kein Kavaliersdelikt. Mobbing kann töten.

In aller Regel richten die Opfer von Mobbing Gewalt gegen sich selbst, wenn sie Gewalt anwenden. Wodurch es z.b. zum Suizid kommt. Im Fall in München wurden Personen zum Opfer von Gewalt - sowie der Amokläufer selbst.

Was Mobbing mit Opfern machen kann, kenne ich aus eigener Erfahrung und ich bin nicht mehr gewillt Mobbing als Kavaliersdelikt hinzunehmen. Wenn es sogar dazu führt, dass Menschen im Anschluss daran bei einem Amoklauf zu Tode kommen.

https://pastebin.com/aj8cgL56

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